Einbürgerung Dokumenten-Checkliste: Alle Unterlagen 2026
Der Einbürgerungsantrag scheitert selten an den Voraussetzungen; viel öfter an fehlenden Unterlagen. Hier findest du eine vollständige Checkliste aller Dokumente, die du für deinen Einbürgerungsantrag brauchst; mit Hinweisen zu Übersetzungen, Beglaubigungen und Sonderfällen.
Hinweis zur Aktualität: Diese Checkliste basiert auf dem Stand des Staatsangehörigkeitsgesetzes (StAG) im April 2026. Welche Dokumente konkret verlangt werden, kann je nach Einbürgerungsbehörde leicht variieren; frag im Zweifel direkt bei deiner zuständigen Stelle nach.
1. Identitätsnachweise
Deine Identität muss eindeutig geklärt sein. Das ist eine Grundvoraussetzung; ohne sie wird der Antrag nicht bearbeitet.
- Reisepass deines Herkunftslandes (gültig)
- Elektronischer Aufenthaltstitel (eAT) oder anderer Aufenthaltsnachweis
- Geburtsurkunde im Original mit Übersetzung
- Ggf. Namensänderungsurkunden, wenn dein Name sich geändert hat
2. Familienstand
Deine familiäre Situation muss vollständig dokumentiert sein.
- Heiratsurkunde (falls verheiratet) mit Übersetzung
- Scheidungsurteil (falls geschieden) mit Übersetzung und Anerkennung
- Sterbeurkunde (falls verwitwet)
- Geburtsurkunden der Kinder mit Übersetzungen
- Bei Miteinbürgerung: Sorgerechtsnachweis
3. Wohnsitz und Meldung
- Erweiterte Meldebescheinigung mit allen Wohnsitzen der letzten Jahre
- Aktuelle Anmeldebescheinigung
- Mietvertrag oder Eigentumsnachweis
4. Einkommen und Lebensunterhalt
Du musst nachweisen, dass du deinen Lebensunterhalt selbst bestreiten kannst.
- Lohnabrechnungen der letzten 6 Monate
- Arbeitsvertrag (unbefristet oder befristet)
- Letzter Einkommensteuerbescheid
- Ggf. Rentenbescheid oder andere Einkommensnachweise
Selbstständige aufgepasst: Wenn du selbstständig bist, brauchst du zusätzlich die letzten 2 bis 3 Steuerbescheide, eine BWA, ggf. einen Gewerbeschein sowie eine Bescheinigung des Steuerberaters über die voraussichtliche Einkommensentwicklung. Die Behörden prüfen genauer; rechne mit Rückfragen.
5. Sprache und Test
- B1-Sprachzertifikat (z.B. Zertifikat Deutsch B1, DTZ B1, telc B1)
- Einbürgerungstest-Zertifikat (oder „Leben in Deutschland")
- Alternativ: deutscher Schul- oder Hochschulabschluss
Mehr dazu im Artikel Einbürgerungstest Anmeldung.
6. Lückenloser Lebenslauf
Du brauchst einen tabellarischen Lebenslauf; lückenlos vom Schulbeginn bis heute. Jede Lücke muss erklärt werden (z.B. Arbeitslosigkeit, Auslandsaufenthalt, Krankheit). Ergänze:
- Schul- und Ausbildungszeugnisse
- Arbeitszeugnisse
- Nachweise zu Auslandsaufenthalten
7. Loyalitätserklärung
Seit dem 27.06.2024 musst du ein erweitertes Bekenntnis abgeben. Es enthält neben dem Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung auch ausdrücklich den Schutz jüdischen Lebens in Deutschland sowie die Anerkennung der besonderen historischen Verantwortung Deutschlands.
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Das Formular bekommst du bei deiner Einbürgerungsbehörde; du unterschreibst es persönlich.
8. Versicherungen
- Krankenversicherungsnachweis (gesetzlich oder privat)
- Bei Selbstständigen: Altersvorsorge-Nachweis
9. Was die Behörde selbst beschafft
Einige Unterlagen musst du nicht selbst einreichen; die Behörde holt sie direkt ein:
- Polizeiliches Führungszeugnis; in der Regel beantragt die Behörde es selbst beim Bundesamt für Justiz
- Auskunft aus dem Ausländerzentralregister (AZR)
- Anfragen beim Verfassungsschutz
Du musst das Führungszeugnis also normalerweise nicht selbst besorgen; frag aber sicherheitshalber bei deiner Behörde nach.
10. Übersetzungen und Beglaubigungen
Alle ausländischen Urkunden müssen ins Deutsche übersetzt werden; und zwar von einem in Deutschland öffentlich bestellten und beeidigten Übersetzer. Übersetzungen aus dem Ausland werden meist nicht akzeptiert.
- Apostille oder Legalisation (je nach Herkunftsland)
- Beglaubigte Kopien deutscher Dokumente (Bürgerbüro, Notar)
- Übersetzung aller fremdsprachigen Originale
11. Sonderfälle
Selbstständige
Zusätzliche Steuerunterlagen, BWA, Steuerberater-Bescheinigung, ggf. Handelsregisterauszug.
Kinder
Bei Miteinbürgerung: Geburtsurkunden, Schulbescheinigungen, ggf. Zustimmung des anderen Elternteils.
Asylbewerber und Flüchtlinge
Wenn du keinen Reisepass aus dem Herkunftsland beschaffen kannst, akzeptieren die Behörden meist Reiseausweise und Identitätsnachweise des UNHCR oder der deutschen Behörden. Mehr dazu im Artikel Voraussetzungen Einbürgerung.
12. Tipps zur Vermeidung von Verzögerungen
- Vollständig einreichen: Unvollständige Anträge bleiben oft Monate liegen
- Kopien aufbewahren: Mach von allem digitale Kopien
- Rechtzeitig übersetzen: Beeidigte Übersetzer haben oft Wartezeiten
- Frühzeitig sammeln: Manche Urkunden aus dem Ausland brauchen Wochen
- Original und Kopie: Reiche immer beglaubigte Kopien ein, niemals Originale verschicken
Checkliste auf einen Blick:
- Pass, eAT, Geburtsurkunde
- Heiratsurkunde, Geburtsurkunden der Kinder
- Erweiterte Meldebescheinigung
- Lohnabrechnungen, Arbeitsvertrag, Steuerbescheid
- B1-Zertifikat und Einbürgerungstest-Zertifikat
- Lückenloser Lebenslauf mit Zeugnissen
- Unterschriebene Loyalitätserklärung (mit Schutz jüdischen Lebens)
- Krankenversicherungsnachweis
- Übersetzungen und Beglaubigungen
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