Ratgeber

Ablauf der Einbürgerung: 6 Schritte zum deutschen Pass

Von Jasmin Kahriman · Mai 2026

Vom ersten Gedanken bis zur Einbürgerungsurkunde dauert es im Schnitt 12 bis 24 Monate; in einigen Großstädten sogar länger. Aber der Weg ist klar strukturiert. Hier sind die 6 Schritte, die jeder Antragsteller durchläuft; mit Dauer, Kosten und Tipps zu jedem Schritt.

Schritt 1: Voraussetzungen prüfen

Dauer: 1 Tag (Selbsteinschätzung)

Bevor du irgendetwas einreichst, prüfe ob du die Voraussetzungen nach § 10 StAG erfüllst. Die wichtigsten Punkte:

  • Mindestens 5 Jahre rechtmäßiger Aufenthalt in Deutschland (3 Jahre bei besonderen Integrationsleistungen)
  • Niederlassungserlaubnis oder vergleichbarer Aufenthaltstitel
  • Deutschkenntnisse mindestens B1
  • Bestandener Einbürgerungstest (oder Schulabschluss in Deutschland)
  • Eigener Lebensunterhalt (kein Bürgergeld, mit Ausnahmen)
  • Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung
  • Keine Vorstrafen über bestimmten Schwellen

Mehr Details unter Voraussetzungen für die Einbürgerung 2026.

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Schritt 2: Zuständige Behörde finden

Dauer: 1 Tag

Zuständig für die Einbürgerung ist die Einbürgerungsbehörde deines Wohnortes. Je nach Bundesland und Stadt heißt sie unterschiedlich:

  • In Großstädten: oft eine eigene Einbürgerungsbehörde oder Abteilung im Bürgeramt
  • In kleineren Städten: das Landratsamt oder die Stadtverwaltung
  • In manchen Bundesländern: die Ausländerbehörde

Auf der Website deiner Stadt findest du die zuständige Stelle. Informiere dich über den Antragsweg: Manche Behörden bieten Online-Anträge, andere verlangen einen persönlichen Termin.

Schritt 3: Unterlagen zusammenstellen

Dauer: 1–3 Monate

Das ist der zeitintensivste Schritt vor dem Antrag. Du brauchst typischerweise:

  • Identitätsnachweis: Pass, ggf. Geburtsurkunde (mit beglaubigter Übersetzung)
  • Aufenthaltstitel: Niederlassungserlaubnis oder gleichwertig
  • Familienstand: Heiratsurkunde, ggf. Scheidungsurteil
  • Sprachnachweis: Zertifikat B1, DTZ, Goethe oder Schul-/Studienabschluss
  • Einbürgerungstest: Testzertifikat (sofern nicht durch deutschen Schulabschluss ersetzt)
  • Einkommensnachweise: letzte 12 Monate Lohnabrechnungen, Steuerbescheid, Arbeitsvertrag
  • Krankenversicherung
  • Mietvertrag oder Eigentumsnachweis
  • Polizeiliches Führungszeugnis (oft direkt von der Behörde angefragt)

Eine vollständige Übersicht findest du in unserer Dokumenten-Checkliste.

Schritt 4: Antrag einreichen

Dauer: 1 Tag (Termin)

Du füllst das Einbürgerungsantragsformular aus und reichst es zusammen mit allen Unterlagen ein; entweder online, per Post oder bei einem persönlichen Termin. Bei Antragstellung wird üblicherweise eine Vorabgebühr fällig oder die volle Gebühr von 255 € (51 € pro miteingebürgertem Kind unter 16).

Tipps für diesen Schritt:

  • Kopiere alle Originaldokumente, bevor du sie einreichst
  • Erstelle eine eigene Liste, was du eingereicht hast; Behörden verlangen manchmal später Dokumente nach
  • Bewahre den Antragseingangsbestätigung gut auf; sie ist dein Nachweis

Mehr Details: Einbürgerungsantrag richtig ausfüllen.

Schritt 5: Prüfung und Bescheid

Dauer: 6–24 Monate (je nach Stadt)

Die Behörde prüft deinen Antrag, holt Stellungnahmen ein (Polizei, Verfassungsschutz, ggf. Finanzamt) und entscheidet. Während der Prüfung kann es Nachfragen geben; reagiere zügig, sonst verzögert sich der Prozess.

Die Bearbeitungszeit variiert massiv:

  • Kleine Städte: oft 6–12 Monate
  • Mittlere Städte: 12–18 Monate
  • Großstädte (Berlin, München, Hamburg): 18–36 Monate

Bei positiver Entscheidung bekommst du einen Einbürgerungsbescheid. Mehr zu Wartezeiten: Wartezeiten bei der Einbürgerung.

Schritt 6: Einbürgerungsurkunde und Feier

Dauer: 1 Tag

Nach positivem Bescheid wirst du zur Aushändigung der Einbürgerungsurkunde eingeladen. Dabei legst du das Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung ab (§ 10 Abs. 1 Nr. 1 StAG); ein feierliches Versprechen, die deutsche Verfassung zu achten.

Viele Städte veranstalten Einbürgerungsfeiern; mit Bürgermeisterin, Urkunden-Übergabe und oft einem kleinen Empfang. Mit der Aushändigung der Urkunde bist du offiziell deutscher Staatsbürger.

Was danach kommt:

  • Personalausweis und Reisepass beantragen (Bürgeramt, ca. 37 € + 70 €)
  • Ggf. Anmeldung beim Wahlregister (passiert meist automatisch)
  • Bisherige Aufenthaltsdokumente sind ungültig; gib sie zurück

Auf einen Blick: Voraussetzungen prüfen → Behörde finden → Unterlagen sammeln → Antrag einreichen → Prüfung abwarten → Urkunde erhalten. Insgesamt 12–24 Monate, ca. 280–1.000 € Kosten je nach persönlicher Situation.

Häufige Fehler im Ablauf

  • Zu früh den Antrag stellen: Erst wenn alle Voraussetzungen klar erfüllt sind, lohnt sich der Antrag. Sonst Ablehnung und 255 € weg.
  • Unvollständige Unterlagen: Lieber zwei Wochen länger sammeln als nachträglich nachreichen müssen; das verlängert die Bearbeitung.
  • Sprachzertifikat veraltet: Manche Behörden akzeptieren nur Zertifikate, die nicht älter als 5 Jahre sind. Prüfe das vorher.
  • Bürgergeld oder Sozialleistungen: Schließt eine Einbürgerung nach § 10 StAG meist aus; warte bis du selbständig lebst.

Was kostet der gesamte Ablauf?

Die offizielle Gebühr beträgt 255 € pro Person (51 € pro Kind unter 16, das mit eingebürgert wird). Dazu kommen Sprachnachweis (oft schon vorhanden), Einbürgerungstest (25 €), beglaubigte Übersetzungen und Beglaubigungen. Realistisch: 280 € bis 1.000 € pro Person. Komplette Aufstellung: Was kostet die Einbürgerung wirklich?

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