Anleitung

Einbürgerungsantrag richtig ausfüllen

Von Jasmin Kahriman · April 2026

Der Einbürgerungsantrag kann auf den ersten Blick überwältigend wirken: viele Seiten, viele Felder, viele Dokumente. Aber keine Sorge; mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung weißt du genau, worauf es ankommt und welche Fehler du vermeiden solltest.

Wo bekomme ich den Antrag?

Den Einbürgerungsantrag bekommst du bei der Einbürgerungsbehörde deiner Stadt oder deines Landkreises. In manchen Städten ist das die Ausländerbehörde, in anderen eine eigene Einbürgerungsstelle. Am besten suchst du auf der Webseite deiner Kommune nach „Einbürgerung"; dort findest du die zuständige Behörde und oft auch den Antrag als PDF zum Download.

Wichtig zu wissen: Jedes Bundesland hat ein leicht anderes Formular. Die Grundstruktur ist aber überall ähnlich. Manche Städte bieten auch eine persönliche Beratung an, bei der du den Antrag gemeinsam mit einem Sachbearbeiter durchgehst; das kann sehr hilfreich sein.

Welche Dokumente brauchst du?

Bevor du den Antrag ausfüllst, solltest du alle nötigen Unterlagen zusammenstellen. Die folgende Checkliste gibt dir einen Überblick über die wichtigsten Dokumente:

Dokumente-Checkliste:

  • Gültiger Pass oder Reisepass
  • Aufenthaltstitel (z. B. Niederlassungserlaubnis oder vergleichbarer Titel)
  • Geburtsurkunde (beglaubigt und ggf. übersetzt)
  • Heiratsurkunde (falls verheiratet)
  • Einbürgerungstest-Ergebnis oder Zertifikat „Leben in Deutschland"
  • Sprachnachweis B1 (z. B. DTZ, Goethe-Zertifikat oder telc)
  • Arbeitsvertrag oder Einkommensnachweise
  • Mietvertrag
  • Lebenslauf (tabellarisch)
  • Passfotos (biometrisch)

Je nach Bundesland und persönlicher Situation können weitere Unterlagen nötig sein; zum Beispiel Schulzeugnisse, Nachweise über ehrenamtliche Tätigkeit oder eine Entlassungsurkunde aus der bisherigen Staatsangehörigkeit. Frag im Zweifel direkt bei deiner Einbürgerungsbehörde nach. Alle Voraussetzungen für die Einbürgerung findest du im Artikel Einbürgerung Voraussetzungen 2026.

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Die wichtigsten Felder im Antrag

Auch wenn die Formulare je nach Bundesland unterschiedlich aussehen, fragen sie im Kern alle dasselbe ab:

  • Persönliche Daten: Name, Geburtsdatum, Geburtsort, aktuelle und frühere Staatsangehörigkeiten
  • Aufenthaltshistorie: Wann bist du nach Deutschland gekommen? Wo hast du seitdem gewohnt? Die Behörde will eine lückenlose Aufstellung deiner Wohnadressen in Deutschland sehen.
  • Familienverhältnisse: Familienstand, Ehepartner, Kinder; jeweils mit Geburtsdaten und Staatsangehörigkeiten
  • Einkommen und Lebensunterhalt: Arbeitgeber, monatliches Nettoeinkommen, ob du Sozialleistungen beziehst
  • Erklärung zu Vorstrafen: Du musst ehrlich angeben, ob du jemals strafrechtlich verurteilt wurdest; in Deutschland oder im Ausland

Nimm dir Zeit für jeden Abschnitt und fülle alles sorgfältig aus. Wenn du bei einer Frage unsicher bist, lass das Feld lieber erstmal frei und kläre es mit der Behörde, anstatt etwas Falsches einzutragen.

Häufige Fehler vermeiden

Viele Anträge verzögern sich, weil vermeidbare Fehler gemacht werden. Diese Punkte solltest du unbedingt beachten:

Die häufigsten Fehler; und wie du sie vermeidest:

  • Alle Felder ausfüllen: Lass keine Felder leer. Wenn etwas nicht zutrifft, schreibe „entfällt" oder „nicht zutreffend".
  • Name genau wie im Pass: Achte darauf, dass dein Name exakt so geschrieben ist wie in deinem Pass; einschließlich Sonderzeichen und Reihenfolge.
  • Aufenthaltszeiten lückenlos angeben: Die Behörde prüft, ob deine Angaben mit den Melderegistern übereinstimmen. Lücken führen zu Rückfragen und Verzögerungen.
  • Ehrlich bei Vorstrafen sein: Die Behörde holt ein Führungszeugnis ein und gleicht deine Angaben ab. Verschwiegene Vorstrafen können zur Ablehnung führen.
  • Dokumente beglaubigt und übersetzt: Fremdsprachige Urkunden müssen von einem vereidigten Übersetzer übersetzt und beglaubigt sein. Einfache Kopien reichen nicht.

Was passiert nach der Abgabe?

Nachdem du den Antrag eingereicht hast, beginnt die Bearbeitungszeit. Wie lange das dauert, hängt stark von deiner Stadt ab: In manchen Kommunen geht es in 3 bis 6 Monaten, in anderen kann es bis zu 12 Monate oder länger dauern. Große Städte wie Berlin, München oder Frankfurt haben oft längere Wartezeiten.

Während der Bearbeitung kann die Behörde Rückfragen stellen oder zusätzliche Dokumente anfordern. Reagiere darauf möglichst schnell, damit sich der Prozess nicht weiter verzögert.

Wenn alles genehmigt ist, wirst du zur Einbürgerungszeremonie eingeladen. Dort erhältst du feierlich deine Einbürgerungsurkunde und bist offiziell deutsche Staatsbürgerin oder deutscher Staatsbürger.

Tipp: Beratung nutzen

Du musst den Antrag nicht allein ausfüllen. Es gibt kostenlose Beratungsangebote, die dir helfen können:

  • Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE): Kostenlose Beratung bei Wohlfahrtsverbänden wie Caritas, Diakonie oder AWO
  • Volkshochschulen (VHS): Manche VHS bieten Informationsveranstaltungen zur Einbürgerung an
  • Ausländerbeirat oder Integrationsrat: Viele Kommunen haben einen Beirat, der bei Fragen rund um die Einbürgerung unterstützt

Nutze diese Angebote; sie sind kostenlos und können dir helfen, Fehler zu vermeiden und den Prozess zu beschleunigen.

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